Die nächste Frage ist die WIE-Frage. WIE bekommen wir mehr Appetit, so dass wir bereitwillig mehr essen als der Körper braucht? Glücklicher Weise ist das einfacher als man glaubt!
Machen Sie Sport! Nein, nein – keinen Ausdauersport. Bewegen Sie sich an frischer Luft. Bekanntlich macht das Appetit, ja manchmal stellt sich sogar ein Hungergefühl ein. Sie können sich ruhig an frischer Luft bewegen, keine Angst. Solange Sie keinen Ausdauersport machen, haben Sie nichts zu befürchten und glauben Sie mir: Wenn Sie Ausdauersport machen würden, wüsten Sie es. Ausdauersport ist nämlich das, was so lange dauert, dass der Rest des Tages allenfalls zum Erholen genügt und wonach Sie effektiv weder Hunger noch Appetit haben.
Sollten Sie ein Ausdauersportler sein, der zunehmen will, wird es wirklich kompliziert. Beginnen Sie zunächst damit, mit Ausdauersport aufzuhören. Der ist ohnehin meistens ungesund. Denken Sie an Ihre Gelenke, Ihre Bänder und Ihre Muskulatur. Alles Objekte, die durch den Ausdauersport überlastet werden und dadurch frühzeitig verschleissen. Das Zeug reisst, verklemmt sich oder dehnt sich aus bis zur Unbrauchbarkeit. Aber das alles ist ein anderes Kapitel.
Ok, zurück zur Realität. Vergessen wir den Ausdauersport. Sie sind kein Ausdauersportler und wollen zunehmen:
Beachten Sie, dass auch für Sie die Gesetze des Verschleisses gelten. Je schwerer Sie werden, umso gefährdeter ist Ihr Körper, an den gleichen Verschliesserkrankungen zugrunde zu gehen, wie der eines Leistungssportlers. Übergewichtig zu sein ist Leistungssport! Im Unterschied zum Sportler haben Sie allerdings mehr Freude am Rest Ihres Lebens. Denn Ihre Freude beziehen Sie nicht aus der Bewegung Ihres viel zu schweren Körpers, sondern aus dem blosen Akt der Nahrungsaufnahme. Einfach und Effektiv!
Jahrelange Beobachtungen und Analysen haben mich zu dem Schluss gebracht, dass Menschen, die Freude aus Sport gewinnen entweder Masochisten sind, oder Menschen, die sich mit Schlechteren Vergleichen um daraus Genugtuung zu ziehen. ‘Ich renne schneller, länger, weiter, … als XYZ’.
Sie, als Mensch, der weder masochistisch ist, noch schadenfroh, wollen Freude am Leben. Das zweitbedeutsamste, was der Mensch machen kann, um spontan und in sich, aus sich heraus, im tiefsten Inneren Freude zu spüren ist: Essen. Wirklich gute Sachen essen oder wenigstens viel! Am besten Süsses. Je Süsser umso besser. Aber was, wenn wir trotz aller Freude von einer Art plötzlichem Völlegefühl übermannt werden? Wenn wir das Gefühl entwickeln, es passe nichts mehr hinein?
Wollen wir uns aufopfern? Schmerzen zulassen, wo wir doch auf Freude aus waren? Nein, das ist nicht erforderlich. Wir machen einen Spaziergang. Wie unsere Eltern und Grosseltern es bereits getan haben. Besonders zu Weihnachten, wenn mehr zu Essen vorhanden war als man sich beim besten Willen zu verkraften vorstellen konnte.
Wenn wir und unsere Gäste voll sind, trotz aller Höflichkeit nichts mehr in uns passt, machen wir einfach einen Spaziergang. Sollte ein Hügel in der Nähe sein, machen wir uns an ihn heran. Langsam! Aber stetig. So erzeugen wir für unseren Körper die Illusion, wir wären aktiv, benötigten mehr Energie und ganz nebenbei stimulieren wir so auch die Darmbewegung, mit deren Hilfe der überladene Mageninhalt zur weiteren Fettbildung in tiefere Gefilde umgelagert wird.
Sobald wir wieder zu Hause sind, können wir uns über den nächsten Gang her machen. Und keine Angst! Solange Sie von der Bewegung hungrig werden, werden Sie mehr essen als Ihr Körper benötigt. Auch ein etwas längerer Spaziergang wird Sie nicht ihr Fett abschmelzen lassen.
Beachten Sie auch: Nicht rennen! Nicht wegen der Nährstoffe, sondern wegen Ihrer Gelenke, Ihrer Bänder und Ihrer Muskulatur. Sie wollen Ihren Körper doch nicht unter Ihrem zunehmenden Gewicht zusammenbrechen lassen; ihn ruinieren, wie Ausdauersportler.