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Der Yoyo-Effekt

Abnehmen – Zunehmen – Abnehmen – Zunehmen

Das ewige Spiel der Fettleibigen? Bei jedem Zyklus mit höherer Masse?

Abnehmen ist gefährlich! In mehrfacher Hinsicht. Man kann sterben, wenn man zu schnell oder irgendwie anders übertrieben abnimmt. Man kann gesundheitliche Schäden empfangen wenn man auf die falschen Sachen verzichter, wenn der Körper irgend eine Schwäche hat, die man nicht kennt und die pötzlich akut wird, sobald man beginnt, die falschen Lebensmittel nicht mehr zu essen.

Aber das schlimmste ist, Abnehmen macht dick!

Mühsam herunter gehungerte Pfunde sind schneller wieder da als man sein Essen herunterschluckt. Wieso? Angst! Der Körper hat Angst, dass er bald wieder zu wenig bekommen wird und darum am Ende noch Fett abbauen muss. Er baut also umso konsequenter Fett auf, je öfter ihm plötzlich die Nahrung entzogen wird um anschliessend wieder normal versorgt zu werden.

Nachdem ich 25kg abgenommen habe, habe ich meine Nahrungsaufnahme nicht wieder normal aufgenommen, sondern weiter reduziert gehalten. Ich esse jetzt buchstäblich halb soviel wie vorher – was mir nach wie vor jeden Tag schwer fällt! – aber dieser elende Kadaver hält seine Masse!

Würde ich soviel essen wie früher, würde ich in kürzester Zeit meine 25kg wieder auf den Rippen (uns sonstwo) haben – mit Zuschlag natürlich. Es gibt für mich momentan keinen Grund, anzunehmen, dass sich das jemals ändern wird!

Wer glaubt, dass er schnell ein paar Kilo in die Gosse spühlen kann um danach so weiter zu essen wie zuvor, wird nicht lange auf eine Gewichtszunahme warten müssen. Jedesmal wenn er das versucht, wird der Körper listiger um seine Fettpolster aufzufüllen.

Nach einer Woche Faster/Hungern habe ich 4kg verloren. die hatte ich bereits nach 4 Tagen verloren. Danach hat der Gewichtsverlust praktisch aufgehört. Das heisst: Alles Gewicht, dass ich bis heute verloren habe, bestand aus Masse, die der Körper nicht halten konnte. Wasser, Zuckerreserven für Ausdauerleistungen und andere Festkörper. Sonst nichts. Fett hat er noch nicht abgebaut!

Erst jetzt beginnt der echte Kampf ‘Mensch gegen Kadaver’. Es wir schlimmer werden. Mir wird nicht nur schwindelig und schwach, sondern auch kalt und schlecht werden. Kopfschmerzen werden sich einstellen und so ein schlechtes Körpergefühl, dass ich es kaum ertragen wollen werde.

Denn hier geht es um das Wollen! Ich könnte ja einfach etwas essen und alles Elend hätte ein Ende. alle Notwehrversuche des Kadavers würden aufhören, die Schmerzen, das Unwohlsein, die Kälte … alles wäre zu Ende. Einschliesslich des Abnehmens, welches noch gar nicht begonnen hat!

So sieht es aus.

Menschenskinder!

Es tut mir leid, wirklich, aber ich kann nicht anders. Aus Gründen, über die ich hier nicht sprechen möchte, muss ich den anderen Weg einschlagen. Auch wenn meine letzten beiden Beiträge ums Zunehmen gehen, muss ich nun abnehmen.

Seit meinem ersten Artikel über das Krisenthema ‘Abnehmen’ habe ich zwischen 100 und 98kg Eigenmasse. Das sind 23 bis 25kg unter meinem Maximalgewicht. Aber 100kg sind auch mit beachtlicher Muskelmasse bei 183cm Körperlänge noch etwas zuviel.

Berücksichtige ich, dass ich angesichts meines Alters etwas mehr auf den Rippen brauche um gesund zu bleiben und Versorgungsengpässe durchzustehen, sollte ich eher zwischen 90 und 85 kg wiegen. Das heisst, ich muss zwischen 8 und 17kg abnehmen.

Damit werde ich am kommenden Montag beginnen und am letzten Wochentag des kurzen Monats Februar aufhören. Ziel: am 27.02.2009 vor dem Frühstück unter 90kg wiegen.

Na dann wollen wir mal…

Zunehmen Teil 2

Die nächste Frage ist die WIE-Frage. WIE bekommen wir mehr Appetit, so dass wir bereitwillig mehr essen als der Körper braucht? Glücklicher Weise ist das einfacher als man glaubt!

Machen Sie Sport! Nein, nein – keinen Ausdauersport. Bewegen Sie sich an frischer Luft. Bekanntlich macht das Appetit, ja manchmal stellt sich sogar ein Hungergefühl ein. Sie können sich ruhig an frischer Luft bewegen, keine Angst. Solange Sie keinen Ausdauersport machen, haben Sie nichts zu befürchten und glauben Sie mir: Wenn Sie Ausdauersport machen würden, wüsten Sie es. Ausdauersport ist nämlich das, was so lange dauert, dass der Rest des Tages allenfalls zum Erholen genügt und wonach Sie effektiv weder Hunger noch Appetit haben.

Sollten Sie ein Ausdauersportler sein, der zunehmen will, wird es wirklich kompliziert. Beginnen Sie zunächst damit, mit Ausdauersport aufzuhören. Der ist ohnehin meistens ungesund. Denken Sie an Ihre Gelenke, Ihre Bänder und Ihre Muskulatur. Alles Objekte, die durch den Ausdauersport überlastet werden und dadurch frühzeitig verschleissen. Das Zeug reisst, verklemmt sich oder dehnt sich aus bis zur Unbrauchbarkeit. Aber das alles ist ein anderes Kapitel.

Ok, zurück zur Realität. Vergessen wir den Ausdauersport. Sie sind kein Ausdauersportler und wollen zunehmen:

Beachten Sie, dass auch für Sie die Gesetze des Verschleisses gelten. Je schwerer Sie werden, umso gefährdeter ist Ihr Körper, an den gleichen Verschliesserkrankungen zugrunde zu gehen, wie der eines Leistungssportlers. Übergewichtig zu sein ist Leistungssport! Im Unterschied zum Sportler haben Sie allerdings mehr Freude am Rest Ihres Lebens. Denn Ihre Freude beziehen Sie nicht aus der Bewegung Ihres viel zu schweren Körpers, sondern aus dem blosen Akt der Nahrungsaufnahme. Einfach und Effektiv!

Jahrelange Beobachtungen und Analysen haben mich zu dem Schluss gebracht, dass Menschen, die Freude aus Sport gewinnen entweder Masochisten sind, oder Menschen, die sich mit Schlechteren Vergleichen um daraus Genugtuung zu ziehen. ‘Ich renne schneller, länger, weiter, … als XYZ’.

Sie, als Mensch, der weder masochistisch ist, noch schadenfroh, wollen Freude am Leben. Das zweitbedeutsamste, was der Mensch machen kann, um spontan und in sich, aus sich heraus, im tiefsten Inneren Freude zu spüren ist: Essen. Wirklich gute Sachen essen oder wenigstens viel! Am besten Süsses. Je Süsser umso besser. Aber was, wenn wir trotz aller Freude von einer Art plötzlichem Völlegefühl übermannt werden? Wenn wir das Gefühl entwickeln, es passe nichts mehr hinein?

Wollen wir uns aufopfern? Schmerzen zulassen, wo wir doch auf Freude aus waren? Nein, das ist nicht erforderlich. Wir machen einen Spaziergang. Wie unsere Eltern und Grosseltern es bereits getan haben. Besonders zu Weihnachten, wenn mehr zu Essen vorhanden war als man sich beim besten Willen zu verkraften vorstellen konnte.

Wenn wir und unsere Gäste voll sind, trotz aller Höflichkeit nichts mehr in uns passt, machen wir einfach einen Spaziergang. Sollte ein Hügel in der Nähe sein, machen wir uns an ihn heran. Langsam! Aber stetig. So erzeugen wir für unseren Körper die Illusion, wir wären aktiv, benötigten mehr Energie und ganz nebenbei stimulieren wir so auch die Darmbewegung, mit deren Hilfe der überladene Mageninhalt zur weiteren Fettbildung in tiefere Gefilde umgelagert wird.

Sobald wir wieder zu Hause sind, können wir uns über den nächsten Gang her machen. Und keine Angst! Solange Sie von der Bewegung hungrig werden, werden Sie mehr essen als Ihr Körper benötigt. Auch ein etwas längerer Spaziergang wird Sie nicht ihr Fett abschmelzen lassen.

Beachten Sie auch: Nicht rennen! Nicht wegen der Nährstoffe, sondern wegen Ihrer Gelenke, Ihrer Bänder und Ihrer Muskulatur. Sie wollen Ihren Körper doch nicht unter Ihrem zunehmenden Gewicht zusammenbrechen lassen; ihn ruinieren, wie Ausdauersportler.

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